Lehmkaten (B13)

Pressemitteilung WiR
vom 26. Mai 2020

Zur Sitzung des Zweckverbandes Entwicklungsgemeinschaft Altenholz-Dänischenhagen-Kiel am 26. Mai 2020

Die WiR-Fraktion in der Gemeindevertretung Dänischenhagen spricht sich b.a.w. gegen eine Beschlussfassung zu Erwerb, Erschließung und Vermarktung weiterer Gewerbeflächen im interkommunalen Gewerbegebiet Lehmkaten (sog. 4. Quadrant) in der vorgelegten Fassung aus, solange nicht die nachfolgend aufgeführten Fragestellungen geklärt und die vorgelegten Argumente berücksichtigt werden.

  1. Woher stammen die Aussagen zur hohen Nachfrage? Der Gemeindevertretung Dänischenhagen sind keine belastbaren Schriftverkehre oder Analysen vorgelegt worden. Das vorhandene Gewerbegebiet hat etwa 20 Jahre bis zur Vollauslastung gebraucht. Die beschriebene „Kannibalisierung“ von alt nach neu wird also nicht ausreichen, beide Flächen zu befüllen.
  2. Wie wirken sich konkret die seitens der Stadt Kiel geplanten Gewerbeflächen (u.a. Industriegebiet in Kiel-Friedrichsort, bereits zum Verkauf stehende Gewerbeflächen am Flughafen sowie MFG 5) auf die Nachfrage in Lehmkaten aus? Lehmkaten hat im Vergleich zu den genannten Standorten Nachteile bei der Verkehrsanbindung.
  3. Wurden die in der Begründung benannten kleineren Gewerbeflächen seitens der Gemeinden geprüft? Welche Größenordnungen könnten realisiert werden? Zwischen Scharnhagen und Dänischenhagen stehen gut angebundene und leicht zu erschließende Flächen zur Verfügung.
  4. Gibt es Untersuchungen zur Verkehrssituation bzw. zum Anschluss an die B503? Bereits heute gibt es im Berufsverkehr zu Dataport und zur Verwaltungsfachhochschule Rückstau im gesamten Bereich der Anbindung.
  5. Wurden Folgekosten betrachtet? Welche Einnahmen werden aus dem Gewerbegebiet erwartet?
  6. Die Gemeinde Dänischenhagen hat die Planungshoheit. Welcher Arbeitsaufwand soll/ muss geleistet werden? Was bedeutet dies für die Amtsverwaltung und ggf. weitere Projekte? Welche Kosten kommen auf Amtsverwaltung und Gemeinden zu? Ist Fachpersonal vorhanden, um diese ambitionierte Aufgabe im laufenden Betrieb ohne Verdrängungseffekte zu bewältigen?
  7. Altenholz und Kiel wollen gem. Sachverhaltsdarstellung mitreden. Gibt es bereits konkrete Vorstellungen dazu?
  8. Die Erschließung ist durch Bürgermeister Horst Mattig mit 45€ angesetzt. Sicherheitshalber sollte man mit mind. 50€ rechnen. Der Bodenrichtwert zum 31.12.2018 gemäß Gutachterausschuss für Lehmkaten Nord liegt bei 45 €. Der genannte Kaufpreis ist somit deutlich überteuert. Was macht den Herrn Bürgermeister von Dänischenhagen so sicher, dass die neuen Flächen für nahezu das DOPPELTE verkauft werden können? Letztlich werden viele Käufer zuerst in das vorhandene, günstigere und besser gelegene Gewerbegebiet auf dort frei werdende Flächen ziehen, bevor die neu geschaffenen vermarktet werden können.
  9. Das wirtschaftliche Risiko für den Zweckverband ist bereits zum jetzigen Zeitpunkt immens, allerding nicht für den aktuellen Eigentümer, der frühzeitig den vollen Verkaufserlös erhält. Der volle Kaufpreis sollte erst bei Vollvermarktung gezahlt werden, anders als es bislang vorgeschlagen wird.
  10. Gänzlich ignoriert werden bislang zu erwartende Auswirkungen der Corona-Krise in Bezug auf Gewerbesteuereinnahmen und den Fortbestand aller bislang in Lehmkaten ansässigen Unternehmen (z.B. Wohnmobile, Autohäuser, maritime Anbieter, Baugewerbe, Transport und Reiseverkehr).
  11. Ebenso unberücksichtigt bleiben die Untersuchungen und Ergebnisse der Workshops zur Ortsentwicklung Dänischenhagen, welche einen überwältigend hohen Bedarf beim Thema bezahlbares Wohnen (siehe auch Dr. Kämpfers Engagement in Kiel) bestätigen und NULL Anforderungen zum Thema Gewerbe attestieren. Somit muss man die Aussagen zum hohen Bedarf hinterfragen.

Vorschlag daher: Umfassende Analyse vor übereilter Beschlussfassung und Vertagung der Angelegenheit.

 

Für Fragen stehen zur Verfügung

Vorsitzender: Christoph Ball (04349 913252)
Fraktionsvorsitzender: Ingolf Scheffler (04349 919629)

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